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    Würzburger Altertumswissenschaftliches Zentrum

    Ringvorlesung des WAZ im WS 2018/19

    Mixed Media: Text // Bild // Ton in der Antike

    Aspekte der Intermedialität, genauer die Analyse der spezifischen Leistungen einzelner Medien und ihres Ineinandergreifens, bilden seit geraumer Zeit einen Forschungsschwerpunkt in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Insbesondere seit der breiten Einführung neuer Technologien im Bereich der elektronischen und computerbasierten Kommunikation – vor allem im Internet – erlebt der Begriff des 'Medium' eine neue, nie dagewesene Beachtung und Reflexion, die sich insbesondere auch für das Verhältnis einzelner medialer Komponenten (z.B. Text-Bild-Relationen) zueinander interessiert.

    Ein solches Zusammenspiel von unterschiedlichen Medien war schon für die Kulturen des Altertums ein nahezu selbstverständliches Charakteristikum ihrer Kommunikationsstrategien. Ilias und Odyssee, die großen Epen Homers, wurden ursprünglich von fahrenden Sängern aus dem Gedächtnis vorgetragen; der Klang der deklamierten Verse war entscheidende Voraussetzung nicht nur für die Wirkung der Erzählungen, sondern überhaupt für ihr Erinnern. Das in spätarchaischer Zeit bei den Griechen entstandene Theater wäre ohne die komplexe Interaktion von Text, Schauspielern, Masken und Bühnenbild gar nicht denkbar. Denkmäler der Antike bestanden im Wesentlichen stets aus Bildern, bedurften aber auch der Begleitung durch Inschriften, dank derer die Bildaussagen personalisiert und mit komplementären Botschaften versehen werden konnten. Rituale jedweder Art waren nicht nur im Handlungsablauf genau festgelegt, sondern stets auch intoniert bzw. von Musik begleitet, um den kollektiven Erlebnissen zu feierlicher Atmosphäre und Dramaturgie zu verhelfen.

    Wie stets ist der zeitliche und geographische Rahmen unseres Vortragsprogramms weit gespannt und reicht vom Alten Ägypten über Babylon, das archaisch-klassische Griechenland bis in die römische Kaiserzeit. Neben den üblicherweise im Zentrum stehenden Text- und Bildzeugnissen wird diesmal die akustische Dimension antiker Kulturtechniken besondere Aufmerksamkeit erfahren.

    Im Zentrum der einzelnen Vorträge stehen jedoch stets Fragen, die über den Aspekt der Intermedialität hinausreichen und grundsätzliche Kommunikationsinteressen zu erfassen suchen, die nichts an Aktualität eingebüßt haben: Wie erreicht man die Götter? – Was macht Musik mit uns? – Wie bringt man Bilder zum Sprechen? – Wie fesselt man ein lesendes oder schauendes / zuhörendes Publikum?

    Mit dem Thema der Ringvorlesung in diesem Wintersemester bietet das Würzburger Altertumswissenschaftliche Zentrum seinen Zuhörern und -schauern erstmals ein Programm an, das sich inhaltlich als Ergänzung zur ähnlich titelnden Vortragsreihe "TextBildMusik" des Kollegs Mittelalter und Frühe Neuzeit (MFN) begreift und so einen Dialog über Epochengrenzen hinaus zu entfachen sucht. 

    Die Ringvorlesung richtet sich an Studierende, Kolleginnen und Kollegen, aber vor allem auch an ein breiteres Publikum.

    Download Plakat für die Ringvorlesung des WAZ im WS 2018/19

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