Intern
    Würzburger Altertumswissenschaftliches Zentrum

    Dime im Fayum – ein Tempel im Spannungsfeld von Tradition und Multikulturalität im hellenistisch-römischen Ägypten

    Projektleiter: Prof. Dr. M. A. Stadler

    Mitarbeiterin Dr. Carolin Arlt

    Wissenschaftliche Hilfskraft: Ulrike Jakobeit, M.A. 

    Dime - ein Tempel in der ägyptischen Wüste 

    Das nach einer Anschubfinanzierung des Universitätsbundes von der DFG mit rund 600.000 Euro für sechs Jahre finanzierte Vorhaben untersucht Kult, Theologie, Geschichte und Chronologie des Tempels von Dime. Unter dem arabischen Namen Dime ist eine Ortschaft am Nordrand der Fayumoase in Ägypten bekannt, die aufgrund der teilweisen Verlandung, der Versalzung des Fayumsees und auch der Desertifikation des Umlandes um 250 n. Chr. aufgegeben wurde.

    Die Griechen nannten in der Antike den Ort Soknopaiu Nesos „Insel des Soknopaios“ und die Ägypter Ta-mai Sebek neb Pai pa netjer a’a „die Insel des Sobek, des Herren von Pai, des großen Gottes“. Dime war durch einen Tempel bestimmt, der in der römischen Kaiserzeit zu den ägyptischen Heiligtümern der ersten Steuerklasse gehörte und entsprechende Bedeutung genoß.

    Da die Gegend nie wieder besiedelt wurde und nun ein reines Wüstenareal ist, bestehen hier besonders günstige Bedingungen zum Erhalt antiken organischen Materials, so daß der Tempel in der Ägyptologie vor allem durch seine Papyrusfunde bekannt ist.

    Wichtige Teile werden heute in den großen Papyrussammlungen von Berlin und Wien aufbewahrt. Die Papyrustexte erlauben einmalige Einblicke sowohl in das Wirtschaftsgefüge eines ägyptischen Tempels in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten als auch die Theologie des Heiligtums und die Religion im römerzeitlichen Ägypten.   

    Ziele des Forschungsprojektes

    Die Arbeit des DFG-Projekts erfolgt in zwei Komplexen:

    1. Die Edition dokumentarischer demotischer Texte und deren Auswertung unter Einbeziehung der bereits in Editionen verfügbaren Schriftquellen mit Blick auf die historische Entwicklung des Ortes und Tempels.

    2. Die Erstedition des Textes zum täglichen Ritual im Tempel von Dime und religionshistorische Einordnung des Kultes in den ägyptischen Kontext, sowie die Erforschung der für den Ort identitätsstiftenden Mythologie aufgrund der Edition weiterer unpublizierter ägyptischer Quellen.

    Die untereinander thematisch vernetzten Teilbereiche des Vorhabens stellen wichtige Informationen zur Deutung und chronologischen Einordnung des architektonischen Befundes in Dime bereit. Dadurch werden die Stellung eines ägyptischen Tempels als geistigen und ökonomischen Zentrums sowie die Bedingungen ägyptischer Identität v.a. in Zeiten römischer Herrschaft exemplarisch aus verschiedenen Richtungen untersucht werden. Das Projekt betreibt Grundlagenforschung durch die Aufarbeitung noch kaum erforschter ägyptischer Textquellenkomplexe, die so für die Ägyptologie, die Alte Geschichte, aber auch die griechische Papyrologie erschlossen werden.

    Internationale Kooperation

    Der Projektleiter, Prof. Dr. M.A. Stadler, ist als Grabungsphilologe an den aktuell laufenden Grabungen der Università del Salento, Lecce, in Dime beteiligt. Dadurch fließen auch die neuesten Ergebnisse der feldarchäologischen Forschung in die Projektarbeit mit ein.   

    Weitere Informationen finden Sie auch in einem Artikel, der im Mitteilungsblatt der Universität erschienen ist.  

    Kontakt

    Universität Würzburg
    Sanderring 2
    97070 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-0
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